Ein neues Kletterseil ….

Ein Betrag für die Rubrik  Krempel und Klamotten
(dort wird dieser Beitrag später zu finden sein)

Ein neues Kletterseil musste her. Mein aktuelles Einfachseil für Halle, Klettergarten und auch für den einen oder anderen einfachen alpinen Einsatz ist am Ende. 4 Jahre Gebrauch haben deutliche aber auch interessante Spuren hinterlassen. Mantelverschiebungen und Verdickungen gibt es schon länger und beim Sichern mit dem HMS macht sich das nur durch etwas hakeligen Durchlauf im Karabiner bemerkbar. Nun sind aber  interessanterweise symmetrisch  in ca 15m Abstand zur Seilmitte derartige Verdickungen entstanden, dass es bei Verwendung einer Tube nun deutliche Schwierigkeiten gibt. Ohne längeres Gefummel und Geschiebe ist  kein Seildurchlauf mehr möglich.  Der Click Up – http://www.climbingtechnology.it/en-US/home-en.html   –  das Standardsicherungsgerät meiner Tochter – kam  gar nicht mehr  zum Einsatz. Da gab es schon vor längerer Zeit leichte Probleme.

Der Räumungsverkauf bei Basecamp  http://www.basecamp.de  in der Thalkirchner-Straße  kam zur rechten Zeit.
Das neue Seil – ein 70m-Edelrid-Granit  –  http://www.edelrid.de/  –  mit 9,8mm Durchmesser zum Sonderpreis von 99,00 €.
Der erste Eindruck: sehr geschmeidig, etwas glatt, aber man gewöhnt sich daran. Meine Kletterpartnerin Sandra hatte mit der Tube im wahrsten Sinne erst einmal alle Hände voll zu tun, meine 90kg  zu kontrollieren, wenn die Schwerkraft das Kommando übernommen hat. Sturztests haben wir vorsorglich vermieden.
Bei der HMS-Sicherung, meiner Standardmethode, war die reduzierte Reibung bzw Bremskraft deutlich zu spüren, aber unproblematisch.
Zitat  eines Kletterfreundes: “…man kann auch mit einem 5mm Schnürl jeden Sturz halten, wenn man ordentlich hinlangt”
Gestern und heute kam dann der Click Up zum EInsatz. Sowohl meine Tochter – sehr erfahren mit dem Click Up – als auch meine Kletterpartnerin Sandra – heute zum ersten Mal konfrontiert damit – waren sehr angetan. Das Granit läuft super weich durch die Mechanik, es gibt deutlich weniger Fehlauslösungen  – bitte nicht missverstehen –   im Sinne von ungewünschten Auslösungen der Blockierfunktion.  Diese funktioniert einwandfrei  und hält bombensicher. Auch das Ablassen geht sehr weich und ist perfekt zu kontrollieren.

Vom Vorgänger und auch von anderen Seilen kenne ich das Phänomen des ungewollt ruckartigen Lösens des  Blockiermechanismus’ sehr gut. Hier ist davon nichts zu spüren. Alles läuft  sehr geschmeidig.
Fazit mit Click Up und HMS:   perfekte Kombination !

Ich bin gespannt  auf  den Outdooreinsatz.
Übernächste Woche gehts in die Berge und ich werde das Seil auf einigen Mehrseillängen-Routen  einsetzen – dort wo ich auf das Doppelseil verzichten kann -.

Tests mit anderen Halbautomaten  und auch ein paar Sturzversuche stehen ebenfalls auf dem Programm.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Hier noch ein paar Daten aus Webangeboten. Auf der Ederidseite habe ich nichts gefunden.


Das Bergseil “Granit 9,8mm” aus der “Entrance Linie” von Edelrid ist ideal fürs Sportklettern (Indoor/Outdoor) sowie auch zum Topropen geeignet.

Es bietet einen günstigen Kompromiss zwischen geringem Gewicht und guten Festigkeitswerten sowie langer Haltbarkeit durch hohen Mantelanteil.

Details:

Durchmesser: 9,8mm
Länge: 40, 50, 60 oder 70m zur Auswahl
Sturzzahl: 6
Metergewicht: 62 g/m
Fangstoss: 8,8 kN
Mantelanteil: 40 %
Statische Dehnung: 9,3 %
Dynamische Dehnung: 32 %
Mantelverschiebung: 0 mm
Veredelung: Thermo Shield
Farbe: gelb/orange (Muster kann variieren)
Normen: CE 0123, EN 892
(Verwendung als Einfachseil)

Den Beitrag werde ich noch ein  wenig verschönern  …..
Es lohnt sich , dran zu bleiben !

 

 

 

 

Ein “Sicherheitsgespräch” in Gilching

Heute – 05.07.14 – im Kletterzentrum Gilching  http://www.kbgilching.de/

Ein Kletternachmittag mit Sandra.
Die Routenzusammenstellung für die Statistik kommt noch.

Während Sandra klettert und ich sichere, spricht mich ein junges Mädchen an. Sie meint, ich stünde zu weit weg von der Wand. Das sei gefährlich für alle Beteiligten. Nun, ich stand in der Tat einige Meter von der Wand entfernt. Ich hatte diese Position eingenommen, um zu sehen, was Sandra macht und um mit ihr zu kommunizieren. Sie stand – im Toprope –  auf einem Volume und versuchte einen “No Hands Rest”. Gesichert hatte ich wie üblich über HMS. Das Seil führte in diesem Moment straff gehalten schräg nach oben zur ersten Expresse.

Die junge Dame kritisiert, unterstützt von ihrer Begleiterin, darüber hinaus meine Handhaltung beim Sichern. Sie meint wohl, wenn ich es richtig verstehe,  ich müsse beide Hände am Seil haben.  Übrigens klettern beide auf beeindruckend  hohem Niveau.

Abhängig vom Gewicht meines jeweiligen Kletterpartners – die Bandbreite liegt dabei zwischen 55 und 135 kg – sowie situationsangepasst halte ich das Seil mit der linken Hand auf der Bremsseite ca 15 cm vom Karabiner entfernt in der unteren Position. Wenn ich die rechte Hand nicht zum Nachgeben benötige liegt sie meist locker über dem HMS. So bin ich stets in der Lage, schnell und richtig zu reagieren. Zusätzlich habe ich so Kontrolle über ab und an vorkommende Knotenverschiebungen im Karabiner – meist krangelbedingt bei kurzzeitiger Entlastung -. Dieses Verfahren ist ausgiebig auch unter extremen Bedingungen getestet. Unkontrollierte Vorstiegsstürze aller meiner Kletterpartner in den letzten 10 Jahren in Thalkirchen und anderen In-und Outdoor-Locations sowie insbesondere  meines Kletterpartners Arvid mit 135 kg Lebendgewicht ( !!) plus 30 Jahre Praxis im Gebirge stellen eine ausreichende Erfahrungsbasis dar.

Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass auch diese Erfahrung einen nicht komplett gegen Fehlverhalten beim Sichern immunisiert. Der kritische eigene Blick und der des Partners sowie von Dritten ist und bleibt wichtig.

Ich bedeute den beiden, dass ich hier kein Sicherheitsproblem sehe, insbesondere meine leichtgewichtige Partnerin sei wohl keinesfalls in der Lage, mich aus dem Stand zu reißen (aus meiner Wand-fernen Position) oder einen unkontrollierten Seildurchlauf im HMS zu verursachen. Ich habe schon öfters insbesondere Kletterern, die die HMS-Technik nicht kennen bzw. praktizieren, Funktionsweise im Zusammenspiel mit der Handhaltung erklären müssen.

Nun, nachdem Sandra wieder am Boden war, bin ich zu den beiden Mädchen gegangen, habe ihnen zu verstehen gegeben, dass ich ihre Aufmerksamkeit und ihr Engagement sehr schätze. Es gehört Mut dazu, auf fremde Menschen in diesem Zusammenhang zuzugehen. Meine Gesprächspartner  vom Thalkirchen-Team berichten immer wieder, dass sie es sich sogar als Wandbetreuer  dreimal überlegen, ob sie jemanden ansprechen.
Heute kam aber aus meiner Sicht kein wirkliches Gespräch zustande. Ich glaube, sie haben meine Argumentation  auch nicht wirklich wahrgenommen. Es kam noch das Argument, jemand könnte von der Seite in das schräg nach oben führende Seil laufen. Ich meinte dazu, wir könnten darüber diskutieren. Gelegenheit wäre gewesen. Wir waren auch noch längere Zeit da und Pausen gibt es ja immer wieder, aber es tat sich nichts mehr. Abschließend aber noch einmal Respekt für das Engagement.

 

 

Klettertraining mit Peter, Thalkirchen, 03.07.2014, 13.15h-16.15h

Ein Entschluss:
Ab sofort werde ich das Klettertraining dokumentieren. Das mag nun den einen oder anderen Leser langweilen- das verstehe ich -. Aber ich denke, es könnte Sinn machen und vielleicht lassen sich daraus auch Erkenntnisse gewinnen. Wir werden sehen.

Heute ausschließlich in der linken Halle auf den neuen Routen.
Und eine Überraschung: Renate und Dieter sind wieder im Einsatz – große Freude -.

7 gekletterte Lines (5+ – 6+)/5,70

Line 71, “Im Tal des krähenden Hamsters” Julius Kerscher, schwarz, 6
etwas fordernd,  aber die Elemente sind sehr alpinnah

Line 88, “Für Schwimmer und ewig” Peter Zeitlhack, schwarz, 5+

Line 86, “Abtrünniger Dschungelkrieger”” Peter Zeitlhack, vulcano, 5+/6-

Line 92, “Bis zum Weißwurschtäquator” Ricki Reinwein, Bavaria  6/6+  typisch Ricki – Körperkraft gefragt bei der Rechtsttraverse

Line 90, “Rythm Isar Dancer” Peter Zeitlhack, blau, 5+/6-

Line 134, “Gams in Weiß” Julius Kerscher, schwarz, 6+
nicht schwer, nur am Ausstieg aus dem Überhang heraus Gezappel mit dem rechten Bein und etwas Adrenalin beim ersten Mal an dem Zangengriff danach.

Line 152, “Rigorosität und Wahnsinn” Mark Eisele, schwarz, 5+
wunderbar geschraubte line mit tollem  rechts-links-Verlauf.

Resumee:
Auf diesem Niveau klettere ich nun seit ca einem halben Jahr – eingerichtet in der Komfortzone -. Ab und zu kommt eine 6+/7- oder eine 7- dazu. Die entsprechenden Routen befinden sich meistens am Mani-Tower. Ein großer Vorteil, wenn man nahezu alle Strukturgriffe und -Tritte mittlerweile über die Jahre in und auswendig kennt. Da muss ´man fairerweise für sich Abstriche bei der Einstufung machen.

Klettern und Fotografieren – man lernt dazu -.

Klettern und Fotografieren – man lernt dazu -.
oder:
Wie stabil sind Objektive ?

Kürzlich  im Klettergarten Bad Heilbrunn. http://www.klettergarten-bad-heilbrunn.de/
EIne kleine Fotosession soll’s heute sein.

Sandra, meine neue Kletterpartnerin, ist heute zum dritten  Mal in natürlicher Felsumgebung unterwegs und die Fortschritte sollen fotografisch festgehalten werden.

Ich bringe meine Nikon D1 und 3 Objektive mit. Die D1 ist zwar ein ausgesprochenes Schwergewicht, aber als Profi- bzw. Reporterkamera ist sie ja auch sehr robust und kann den einen oder anderen harten Stoß vertragen. Offensichtlich im Gegensatz  zu einfachen, preiswerten Objektiven aus dem Hobbybereich.

Als geeignete Route haben wir uns den sogenannten schwarzen Riss am  Sektor Kondensstreifen ausgesucht.
http://www.klettergarten-bad-heilbrunn.de/html/topo-bad-heilbrunn-4.html
Es handelt sich um eine nette  Kletterei im dritten bis vierten UIAA-Grad entlang eines Risses mit zwei schönen Schlüsselstellen, einmal ungefähr in Routenmitte  – beherztes Antreten links in eine seichte Delle und dann die große Schuppe greifen – und am Routenende der direkte Ausstieg am Bolt vorbei ins flache Gelände (Nicht nach rechts ausbüchsen! ).
Fotografieren will ich vom Standplatz  direkt  am Ausstieg  mit Blick nach unten.
Ich hänge mir die Kamera, bestückt mit einem alten 28-70mm Billigobjektiv von Tokina  diagonal über die Schulter, schiebe sie etwas nach hinten auf den Rücken. an der Schlüsselstelle angekommen, vergesse ich einen Moment die labile Kameraposition und mache eine etwas schwungvolle Bewegung mit dem rechten Arm. Die Kamera folgt  und stößt mit dem Objektiv ganz leicht an den Fels. Ebenso leicht verabschiedet sich das Objektiv von seinem Bajonettring und hüpft die Wand hinunter.
Vom Einstiegsbereich kommen Betroffenheitsbekundungen  und  tröstende Worte seitens einer netten anderen Seilschaft.

Meine Gedanken gehen aber in eine andere Richtung.  Das Objektiv hatte ich quasi für null Euro zusammen mit anderen Komponenten als Dreingabe erworben. Der materielle Verlust ist also zu vernachlässigen. Ich denke eher an den Sicherheitsaspekt. So ein kleines Objektiv wiegt ca.  250g,  in etwa wie ein handlicher Stein. In Bad Heilbrunn ist das Szenario eher ungefährlich, aber in einer höheren Wand …..
Also auch hier gilt:  Volle Aufmerksamkeit und Umsicht bei der Mitnahme von Kameraequipment.

Nach einem Objektivwechsel  starte ich nun einen neuen Versuch. Die Kamera habe ich jetzt mit einer Expresse hinten parallel zum Sitzgurt fixiert. Weitere Zwischenfälle gibt es nicht und auch die Bilder sind im Kasten. Hier nun erst einmal das Unfallobjektiv  und danach ein paar Kletterimpressionen.

 

 

 

 

 

 

 

Fortsetzung zum Kletterunfall in Thalkirchen am 07.05.2014

Routenname: Tarnkappengriffe invertiert  Schwierigkeitsgrad 6+ Linie 154

Routenname: Tarnkappengriffe invertiert
Schwierigkeitsgrad 6+
Linie 154

Die "Unfallroute" - Einstiegsbereich bis zur ersten Expressschlinge. Die  Route verläuft rechts der Kante entlang der Elfenbeinfarbenen Griffe und Tritte.

Die “Unfallroute” – Einstiegsbereich bis zur ersten Expressschlinge.
Die Route verläuft rechts der Kante entlang der Elfenbeinfarbe

Das ist die Unfallroute.

Laut  Mitteilung seitens der Wandbetreuer hat der Sicherer einen Halbautomaten der Firma Petzl, das grigri2 (neues Modell) und ein relativ neues Seil ( ca 10mm) mit recht glatter Oberfläche benutzt.  Zudem soll er Handschuhe getragen haben.

 

 

 

 

 

Kletterunfall in Thalkirchen am 07.05.2014

Am letzten Mittwoch – ich war selbst zur gleichen Zeit mit meinem Partner Peter  in Thalkirchen-  ereignete sich in der rechten, -der neueren – Halle am sog. Manitower  wieder einmal ein typischer Unfall. Die – sehr beeindruckende – Erstversorgung  und den Abtransport des Unfallopfers sowie die nachfolgende polizeiliche Unfallaufnahme konnte ich aus der Nähe mitverfolgen.
Unfallszenario DAV Kletterzentrum Thalkirchen 07.05.2014 Rechte Halle Manitower

Unfallszenario DAV Kletterzentrum Thalkirchen 07.05.2014
Rechte Halle Manitower

Nachfolgend erst einmal der Bericht darüber auf der münchen.tv-Seite
Zur Vereinfachung hier der Text im Originalzitat:
Mann stürzt von der Kletterwand und verletzt sich schwer, sein Sicherer wird leicht verletzt.
Am Mittwoch gegen 16.15 Uhr kletterte ein 24-jähriger Student in einer Kletterhalle und befand sich dabei auf einer Höhe von ca. 15 Metern. Gesichert wurde er dabei von einem 27-jährigen Bekannten. Nachdem er sich in dieser Höhe kurz ins Seil setzte um zu verschnaufen und kurze Zeit später wieder losklettern wollte, rutschte er mit den Füßen ab und verlor den Halt, so dass das Seil nur kurz entlastet worden ist. Da somit eine ruckartige Belastung fehlte, ist davon auszugehen, dass das Blockiersystem des Sicherungsgerätes außer Kraft gesetzt wurde und das Sicherungsseil so durch das Sicherungsgerät rutschte.

Obwohl der 27-jährige Sicherer noch versuchte, das Seil festzuhalten, stürzte der 24-jährige Student 15 Meter in die Tiefe. Dabei verletzte er sich so schwer (Sitzbeinfraktur), dass er mit einem Rettungshubschrauber zur stationären Behandlung in ein Klinikum gebracht werden musste. Der 27-Jährige Sicherer verletzte sich leicht. Er erlitt Verbrennungen an der rechten Hand und begab sich in ärztliche Behandlung.

rr/Polzeipräsidium München

und hier noch einmal aus der  Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung

 

Schwerer Kletterunfall
Ein 24 Jahre alter Student ist am Mittwoch beim Klettern in der Anlage in Thalkirchenaus 15 Metern Höhe zu Boden gestürzt  und hat sich das Sitzbein gebrochen. Der Mann hatte sich in der Wand kurz ins Seil gesetzt,  um zu verschnaufen. Kurz darauf wollte er wieder weiterklettern. Dabei rutschte er aber mit den Füßen ab. Offenbar   versagte das Blockiersystem  des Sicherungsgerätes, und er fiel zu Boden. Sein  27 Jahre alter Begleiter, der ihn sicherte, versuchte noch, das Seil festzuhalten, hatte der Wucht des Sturzes jedoch nichts entgegenzusetzen. Der 24-Jährige konnte sich mit seinem Bruch überhaupt nicht mehr bewegen und musste mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Der 27Jährige erlitt Verbrennungen an der Hand.   EFU

(Süddeutsche Zeitung, Freitag, 9.Mai 2014, Nr. 106  R4 )

Über die wie üblich von wenig Sachkenntnis zeugenden Berichte möchte ich an dieser Stelle nichts sagen.
Vielmehr geht es mir um den Unfallhergang an sich, die benutze Sicherungstechnik und das “Können” bzw. das Verhalten der Kletterer und insbesondere der Sichernden.

Soweit ich das Unfallszenario beobachten konnte hatte der Sichernde einen sog. Halbautomaten benutzt. Diese Geräte zeichnen sich dadurch aus, dass sie – korrekte Handhabung vorausgesetzt – in der Grundkonfiguration  bei Belastung blockieren.  Der Schwellwert, also die Intensität der Belastung, bei der der Blockiermechanismus ausgelöst wird hängt vom Gerätetyp, vom Seildurchmesser und der Beschaffenheit der Seiloberfläche (Mantelrauigkeit) ab. Auch die Winkel unter denen das Seil in das Gerät hinein und wieder hinaus läuft, haben hier Einfluss.
Sicher in ihrer Funktionalität sind alle Halbautomaten.  Aber es handelt sich hier stets um komplexe Mechanismen sowie  Bewegungs- und Handlungsabläufe, die einfach intensiv eingeübt werden müssen.

Für mich weisen Formulierungen wie  “Offenbar versagte das Blockiersystem des Sicherungsgerätes ”  oder “…..ist davon auszugehen, dass das Blockiersystem des Sicherungsgerätes außer Kraft gesetzt wurde..”  in eine völlig falsche Richtung, nämlich  der Annahme, die Geräte seien unsicher und können versagen. Das ist schlichtweg falsch.

Richtig bedient, funktionieren alle heute auf dem Markt befindlichen Halbautomaten, ebenso die  derzeit meist verwendete  Tube und die  klassische   “HMS-Methode”  einwandfrei.

Die Krux liegt bei den Kletterern selbst.  Sie haben häufig keine Vorstellung  von den Kräften, die bei Sturzbelastung auf das gesamte Sicherungssystem. also Gerät und Mensch einwirken, sind unerfahren mit den Geräten, stehen falsch  und sind meist auch noch unaufmerksam.

Ich werde in den nächsten Tagen versuchen,  noch ein paar Fakten  zu dem aktuellen Unfall zusammen zu tragen und stelle diese dann hier zur Diskussion.

Also bleibt dran, Freunde und Interessierte

Hey man, what’s up ?

Heute vor 34 Jahren um diese Uhrzeit  klingelt es an meiner Wohnungstür. Toni steht da – blass,  mit aufgerissenen Augen, stumm -.
Ich weiss es sofort. Wolly ist tot. Wir umarmen uns, weinen.  Ein Schmerz, den ich bisher in meinem Leben nicht kannte, fällt mich an wie ein Raubtier.

Der Abend davor:
Wolly, mein Freund übernachtet wie so oft bei uns. Uns, wir…. das sind Karin, meine damalige Frau und ich. Wir haben eine kleine Wohnung in der Loristraße – häufig zu verwechseln mit einem alpinen Basislager oder auch manchmal mit einer geheimen Party-Location. Dann dröhnen die Beats  die Nymphenburger Straße weit hinauf und hinunter, wenn sich wieder einmal unsere Clique zusammengefunden hatte. Eine wilde, unbeschwerte Zeit, die schönsten Jahre meines damaligen Lebens bis zu diesem Tag. Aus, vorbei !
Wolly will am nächstenTag mit Toni  eine Route in der Leuchsturm Südwand klettern, nichts schweres, eine etwas knifflige Stelle – der Jungfernschluf – . Karin, Wolly und ich sitzen beim Abendessen und diskutieren über die Route.  Ich kann leider nicht dabei sein. Mein linker Oberschenkel wird von einer Menge Metall zusammengehalten. Klettern und Skifahren geht mit Einschränkungen, aber doch nicht gut genug.
Der nächste Tag: um 05.00h  starten Wolly und Toni. Um 10.30h reißt ein kleiner Sturz die einzige Zwischensicherung, einen gelegten Keil aus dem mit heimtückischen Wassereis überzogenen Riss.

Wolly’s letzter Eintrag in seinem Taschenkalender ein paar Tage vorher:

Wish you were here !

Aus der Zeitschrift  Alpinismus, Oktober 1980, 18. Jahrgang, Seite 62

Aus der Zeitschrift Alpinismus, Oktober 1980, 18. Jahrgang, Seite 62

Aus der Zeitschrift  Alpinismus, Oktober 1980, 18. Jahrgang, Seite 62

Aus der Zeitschrift Alpinismus, Oktober 1980, 18. Jahrgang, Seite 62

 

 

Ein Update: Menschen und ihre Kuscheltiere

Darüber habe ich aus damals aktuellem Anlass  vor ca. einem Jahr schon einmal geschrieben.
Ausgelöst wurde dieses Bedürfnis bei mir durch einen Artikel in der alpinwelt 1/2012 über die dramatische Rettung  des “verlorenen Froschs” im Wilden Kaiser.  hier noch einmal der link dahin

http://www.davplus.de/uploads/images/8RfQollBFC0X4UZcveyIkg/aw1_12_forum_058_059.pdf 

Heute habe ich im Wochenendsteil der Süddeutschen Zeitung (Samstag/Sonntag, 15,/16.Februar 2014, Nr. 38)  den Artikel  “Stoff für Träume” von  Titus Arnu entdeckt.  Er ist aber auch unter

https://www.google.de/#q=s%C3%BCddeutsche+stoff+f%C3%BCr+tr%C3%A4ume&tbm=nws

zu finden.

Unser viertes Familienmitglied bei einem Ausflug zum Königsplatz

Unser viertes Familienmitglied bei einem Ausflug zum Königsplatz

Morgen  geht’s weiter  – bleibt  bitte dran  –

 

Fleischbank-SO-Verschneidung – ein kleiner informativer Nachtrag -

Jetzt habe ich noch ein wenig gestöbert und bin auf zwei, wie ich hoffe, informative Quellen  mit schönen Bildern (Fotos und Video) gestoßen.

Hier ganz einfach die Links dazu:

Eine genaue Routenbeschreibung und Fotos finden sich auf der bergsteigen.com – Seite:

http://www.bergsteigen.com/klettern/tirol/kaiser-gebirge/fleischbank-suedost-verschneidung

Topo:

http://www.bergsteigen.com/sites/default/files/topos/1620_Topo_d527802f-d710-408e-badb-cdcbdc65b535_fleischbank_so_verschneidung.pdf

Video von H. Wurzer ( von ihm gibt es eine ganze Reihe schöner Filme von diversen Begehungen. Suchstichworte dazu sind mescalito69, Natallia Kaisergebirge, Wurzer)

http://www.youtube.com/watch?v=-W2zHpsGOVg

Ich werde noch ein wenig weiter suchen. Also dranbleiben, wenn euch das Thema interessiert.

 

 

 

 

Unfall mit glimpflichem Ausgang – Fleischbank Südostverschneidung -

 

Ein tolles Bild  von Markus Stadler - Ausstieg aus der 7. Seillänge auf das Grasband -  Mehr dazu findet sich auf seiner sehr informativen Webseite unter http://www.stadler-markus.de/ für die Erlaubnis zur Verwendung in meinem Blog  hier noch einmal herzlichen Dank.

Ein tolles Bild von Markus Stadler – Ausstieg aus der 7. Seillänge auf das Grasband – Mehr dazu findet sich auf seiner sehr informativen Webseite unter http://www.stadler-markus.de/
für die Erlaubnis zur Verwendung in meinem Blog hier noch einmal herzlichen Dank.

Kürzlich im Kletterzentrum Thalkirchen. Ein Kletterer, den ich vom Sehen kenne, erzählt von einem Unfall eines Seilpartners in der Fleischbank-SO-Verschneidung.
Heute waren  sie zusammen wieder in Thalkirchen und ich nutzte die Gelegenheit, aus erster Hand Näheres zu erfahren.

In der 3. Seillänge war ihm ein  Block von der Größe einer Waschmaschine ausgebrochen und über seinen rechten Unterschenkel in die Tiefe gestürzt. Die Folge war eine Unterschenkelverletzung, die dann später im Krankenhaus versorgt werden musste. Weniger Glück hatte die nachfolgende Seilschaft. Hier  erlitt ein Kletterer einen Bruch des Mittelfußknochens. Die beiden Seilschaften konnten gemeinsam abseilen, Ein Wanderer hatte aus der Steinernen Rinne den Unfall beobachtet und sofort die Bergrettung alarmiert. Der Kletterer mit dem Fußbruch wurde per Helikopter zur Versorgung ins Krankenhaus St. Johann  gebracht, die anderen konnten zur Wochenbrunner Alm absteigen und fuhren per PkW ins Krankenhaus.

Ein ausführlicher Bericht findet sich unter:

http://bunte-steinchen.livejournal.com/20853.html

Allle Beteiligten haben offensichtlich riesiges Glück gehabt. Ein ähnlicher Unfall ist mir vor vielen Jahren an der Zwölferkante im Wetterstein passiert.  Bei nächster Gelegenheit werde ich darüber berichten.